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    Zwei Rodel und ein Brett 

Der Bob erblickte in der Schweiz das Licht der Welt. Seine Väter waren anscheinend Kurgäste, wobei einige Quellen von Engländern sprechen, andere von Amerikanern. Einig sind sich jedoch alle darüber, daß der erste Bob aus zwei mit einem Brett (oder einer Leiter?) verbundenen Rodelschlitten entstand. Der vordere Schlitten war drehbar und wurde vom vorn sitzenden Steuermann mit Stricken gelenkt. Hinten saß der Bremser, der das ungewöhnliche Gefährt mit Hilfe eines Gartenrechens vor zu hohen Geschwindigkeiten bewahren mußte. Das war in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. 
Aus dieser kuriosen Erfindung entstand 1888 in der Dorfschmiede von Schmiedemeister Matthys in St. Moritz der erste richtige Bobschlitten. Aber auch Matthys Kollege in Davos baute Bobs. Diese Konstruktionen unterschieden sich bereits wesentlich von den ursprünglichen Doppelschlitten. Sie waren aus Holz und Stahl gebaut. 
 

 

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Die erste Bobbahn

Was noch fehlte, war eine spezielle Bobbahn. Auf die Dauer waren den Bobsportlern die Geschwindigkeiten, die sie auf normalen Wegen und Rodelbahnen "herausholten", nicht attraktiv genug. 1903 eröffnete der am 5. Januar 1898 gegründete "St. Moritz Bobsleigh-Club" die erste Bobbahn der Welt. 
Aber die anderen Schweizer Wintersportorte wollten hinter St. Moritz nicht zurückstehen. So bauten auch Davos, Engelberg und Pontresina Bobbahnen. 
Nicht zuletzt bedeuteten für die Schweiz  -die Entdeckerin des Winterfremdenverkehrs- Bobwettbewerbe eine Touristenattraktion. 
So war die Schatzalp-Bobbahn in Davos, die 1907 eingeweiht wurde, bis zum Ende des ersten Weltkrieges Austragungsort von 62 Bobrennen, an denen 188 mehrsitzige und 324 zweisitzige Bobs teilnahmen. 
Auch in Deutschland begann der Bobsport mit zwei Schlitten und einer Leiter -auf der Dorfstraße von Schreiberhau im Riesengebirge. Ein Jahr später, man schrieb das Jahr 1906, entstanden auch in Schreiberhau richtige Bobs. Die Pioniere des Bobsports im Riesengebirge waren: Franz Adolph von der Zackenfallbaude, Fritz Franke vom Hotel Schneckenstein, Karl Krebs vom Hotel Lindenhof, Ernst Liebig und Dachdeckermeister Reimann. 
Im thüringischen Oberhof gab es ebenfalls 1906 die ersten drei Bobs und im Jahr darauf die erste deutsche Meisterschaft, an der sich neun Bobs beteiligten. Sieger und damit erste deutsche Meister wurden L.Hofmann aus Oberhof mit Bremser Dr. Guisti auf Bob "Deutscher Michl". Sie gewannen damit den Kronprinzenpokal, der von Kronprinz Wilhelm von Preußen gestiftet worden war. Der Kronprinz fuhr selbst Bobrennen, aber ein Machtwort des Kaisers setzte dem für einen Kronprinzen etwas ungewöhnlichen Hobby ein Ende.  
 

 

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Gründung des DBV

Überall in Deutschland wurden in den Jahren bis zum ersten Weltkrieg Bobclubs gegründet: 1906 in Oberhof, 1909 in Schierke, 1910 in Winterberg, 1911 in Schreiberhau,Triberg und Garmisch-Partenkirchen.Aber auch Mitglieder des Akademischen Sportvereins Dresden und des Münchner Sportclubs betrieben bereits 1909 Bobsport. 
Am 5. November 1911 schlossen sich der Bobsleigh-Club Schierke, der Friedrichrodaer Bob-Club und der Dresdner Bobsleigh-Club in Frankfurt am Main zum DEUTSCHEN BOBSLEIGH-VERBAND (DBV) zusammen, dessen Schirmherr der bobsportbegeisterte Kronprinz Wilhelm von Preußen war. 
Die ersten speziellen Bobbahnen dürften in Oberhof und Schreiberhau entstanden sein. Die Bahnen in Winterberg und Garmisch-Partenkirchen wurden 1910, die Triberger Bahn 1912 eröffnet. Weitere Bahnen waren in Bad Kohlgrub, Flinsberg, Friedrichsroda, Ilmenau, Krummhübel, Schierke am Brocken und Schmiedeberg. 
 

 

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Deutsche Meisterschaften 

In den Jahren 1908 und 1909 fanden anscheinend keine Deutschen Meisterschaften statt. Erst 1910 wird wieder eine DM erwähnt. Sie fand in Oberhof in Thüringen statt, das auch in den darauffolgenden Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges und 1921 Austragungsort war. 
Die Besatzungen der Bobs, die von 1910 bis 1912 die DM gewannen, waren Schüler der Landeserziehungsanstalt Wickersdorf in Thüringen. 
Leider nennen die Chroniken oft nur den Namen des Bobs oder des Steumanns. So läßt sich nicht feststellen, wieviel Mann die Besatzung hatte. Die Ausschreibungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sprechen von "Mannschaften von 3 bis 6 Personen"(wobei bis in die dreißiger Jahre mitfahrende Damen keine Seltenheit waren). 
Bereits nach dem Ersten Weltkrieg gab es dann eine "Deutsche Bob-Ordnung, in der es u.a. hieß: "Der Fünferbob muß mindestens mit vier, drei, höchstens mit fünf, der Zweierbob nur mit zwei Personen bestzt sein...". 
Deutsche Meisterschaften für Viererbobs gibt es seit 1931. Die erste DM für Zweierbobs, die in alten Unterlagen auch als "Boblets" bezeichnet werden, wurden 1921 in Oberhof ausgetragen. 
 

 

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Zusammenschluß auf internationaler Ebene 

Der internationale Bobsportverband, die FEDERATION INTERNATIONALE DE BOBSLEIGH ET DE TOBOGGANNING (FIBT) wurde durch die Delegierten Großbritanniens, Frankreichs und der Schweiz sowie der Repräsentanten der USA und Kanada am 23. November 1923 in Paris gegründet. 
Der DEUTSCHE BOBSLEIGH-VERBAND trat der FIBT 1927 bei. Gründungspräsident war Comte R. de la Frégéoliére. 
Eigentlich handelte es sich um eine Wiedergründung, denn bereits 1913 hatten sich der Deutsche Rodelbund, der Deutsche Bobsleigh-Verband, der Verband Deutscher Schlittensportvereine in Österreich und der Internationale Schlittenclub Davos in Dresden zum INTERNATIONALEN SCHLITTENSPORTVERBAND zusammengeschlossen, der 1914 in Winterberg die erste Europa-Bobmeisterschaft veranstaltete. 
 

 

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Bobfahren olympische Disziplin 

Bei den ersten olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix (Frankreich) waren die Bobfahrer bereits mit von der Partie. Olympisches Gold gewann die Schweizer Viererbobmannschaft Eduard Scherrer, Alfred Neveu, Alfred Schläppi und Heinrich Schläppi. Die Silbermedallie errang England, die Bronzene ging nach Belgien. Bei den zweiten Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz gewannen zum ersten und einzigen Male in diesem Wettbewerb Fünfer-Liegebobs. Gold- und Silbermedaille gingen an die USA, während Deutschland bei seinem ersten Olympischen Start die Bronzemedaille gewann. Steuermann des Bobs war Hanns Kilian aus Garmisch-Partenkirchen - später Ehrenpräsident des DBSV. 
Zweierbobs nehmen seit 1932 an den Olympischen Winterspielen teil. 
 

 

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Die ersten Weltmeister

Die ersten Weltmeister waren Schweizer  Weltmeisterschaften werden seit 1930 im jährlichen Turnus ausgetragen, wobei die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen jeweils als Weltmeisterschaft zählt. Weltmeisterschaften für Zweierbobs wurden erstmals 1931 in Oberhof ausgefahren und die ersten Zweierbob-Weltmeister waren Hanns Kilian und Sebastian Huber aus Garmisch-Partenkirchen. 
 

 

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Europameisterschaften schon 1914 

Die erste Europameisterschaft fand 1914 statt. Austragungsort war Winterberg im Sauerland. Es beteiligten sich neun Bobs, von denen "´Taube" mit Steuermann Grün aus Dillenburg vor dem Bob des Akademischen Sportclubs München (Steuermann Rabe, München) und "Namenlos" (Steuermann Max Hagedorn, Barman) siegte.1926 wurde in Davos eine Europameisterschaft für Bobsleighs, 1929 für Zweierbobs ausgetragen. In einigen Unterlagen werden auch 1927 (St. Moritz, Sieger Schweiz) und 1929 (Davos, Sieger Holland) erwähnt. 
Später erhielt die bei Weltmeisterschaften bestplazierte europäische Mannschaft den Titel eines Europameisters. Seit 1965 werden die Europameisterschaften sowohl für Zweier- als auch für Viererbobs seperat ausgetragen.